Gedächtnistraining und Gehirnjogging: 7 einfache Übungen
Unser Gehirn begleitet uns jeden Tag – beim Planen, Erinnern, Lernen, Entscheiden und Lösen kleiner und großer Aufgaben. Genau wie unser Körper profitiert auch unser Gehirn davon, regelmäßig gefordert zu werden.
Gedächtnistraining und Gehirnjogging können dabei helfen, geistig aktiv zu bleiben und die Konzentration zu fördern. Dafür braucht es weder komplizierte Computerprogramme noch stundenlange Übungen. Viele Möglichkeiten lassen sich ganz einfach in den Alltag integrieren.
Was ist Gedächtnistraining?
Unter Gedächtnistraining versteht man verschiedene Übungen, die unterschiedliche geistige Fähigkeiten ansprechen. Dazu gehören beispielsweise:
- Konzentration
- Merkfähigkeit
- Aufmerksamkeit
- logisches Denken
- Wort Findung
- Reaktionsfähigkeit
- Orientierung
- Erinnerungsvermögen
Dabei geht es nicht darum, möglichst schwierige Aufgaben zu lösen. Viel wichtiger ist, das Gehirn regelmäßig mit neuen und abwechslungsreichen Herausforderungen zu beschäftigen.
Was bedeutet Gehirnjogging?
Der Begriff Gehirnjogging wird häufig als Synonym für Gedächtnistraining verwendet. Gemeint sind geistige Übungen, bei denen das Gehirn aktiv arbeiten muss.
Ein Beispiel: Versuchen Sie einmal, sich eine Einkaufsliste mit zehn Produkten zu merken, ohne sie aufzuschreiben. Oder lösen Sie ein Kreuzworträtsel, ein Sudoku oder ein kleines Rätsel.
Auch alltägliche Tätigkeiten können zum Gehirnjogging werden – beispielsweise einen bekannten Weg einmal anders zu gehen oder mit der ungewohnten Hand die Zähne zu putzen.
Warum ist geistige Aktivität wichtig?
Unser Gehirn ist kein Organ, das man einfach „abschalten“ sollte. Es profitiert davon, wenn wir neugierig bleiben, Neues ausprobieren und uns geistig beschäftigen.
Regelmäßige geistige Aktivität kann unter anderem dazu beitragen, die Konzentration und geistige Flexibilität zu fördern. Besonders abwechslungsreich wird das Training, wenn unterschiedliche Sinne und Fähigkeiten angesprochen werden.
Dabei sollte Gedächtnistraining allerdings nicht als Garantie gegen Demenz oder andere Erkrankungen verstanden werden. Es ist vielmehr ein Baustein eines insgesamt aktiven und abwechslungsreichen Lebens.
7 einfache Übungen für Gedächtnis und Konzentration
Gedächtnistraining muss nicht kompliziert sein. Probieren Sie beispielsweise diese Übungen aus.
-
Einkaufsliste merken
Schreiben Sie zunächst fünf bis zehn Begriffe auf.
Zum Beispiel:
Äpfel – Milch – Brot – Käse – Tomaten – Kaffee – Bananen
Lesen Sie die Liste einige Male durch und versuchen Sie anschließend, alle Begriffe aus dem Gedächtnis aufzuzählen.
Mit der Zeit können Sie die Anzahl der Begriffe erhöhen.
-
Gegenstände genau betrachten
Legen Sie fünf verschiedene Gegenstände auf einen Tisch. Schauen Sie sie sich ungefähr eine Minute lang aufmerksam an.
Schließen Sie anschließend die Augen oder decken Sie die Gegenstände ab.
Welche Gegenstände lagen dort?
Noch schwieriger wird es, wenn jemand einen Gegenstand entfernt oder einen weiteren hinzufügt und Sie herausfinden müssen, was sich verändert hat.
-
Wörter mit einem bestimmten Anfangsbuchstaben
Nennen Sie innerhalb einer Minute möglichst viele Wörter, die beispielsweise mit dem Buchstaben „S“ beginnen.
Sie können die Übung auch auf bestimmte Kategorien beschränken:
- Tiere mit „S“
- Städte mit „B“
- Lebensmittel mit „K“
- Vornamen mit „M“
Diese Übung trainiert gleichzeitig Konzentration und Wort Findung.
-
Rückwärts zählen
Zählen Sie von 100 rückwärts bis 1.
Wenn das gut funktioniert, können Sie die Aufgabe verändern:
100, 97, 94, 91 ...
Sie zählen also jeweils drei Zahlen zurück.
Solche Aufgaben fordern die Aufmerksamkeit und das logische Denken.
-
Geschichten erzählen
Erinnern Sie sich an ein schönes Erlebnis aus Ihrer Kindheit oder Jugend.
Versuchen Sie, möglichst viele Einzelheiten zusammenzutragen:
Wo waren Sie? Wer war dabei? Wie sah der Ort aus? Was haben Sie gemacht? Was haben Sie empfunden?
Das Erinnern an persönliche Erlebnisse kann eine schöne Möglichkeit sein, das Gedächtnis zu beschäftigen – und macht häufig sogar Freude.
-
Neue Dinge lernen
Gehirnjogging muss nicht immer aus Rätseln bestehen.
Lernen Sie beispielsweise ein neues Rezept, ein Gedicht, einige Wörter einer fremden Sprache oder eine neue Fähigkeit.
Auch ein neues Hobby kann eine geistige Herausforderung darstellen.
Denn Lernen bedeutet immer auch: Das Gehirn muss neue Informationen aufnehmen, verarbeiten und miteinander verknüpfen.
-
Spiele für die ganze Familie
Brettspiele, Kartenspiele, Memory, Rätsel oder Quizspiele können ebenfalls eine unterhaltsame Form des Gehirnjoggings sein.
Besonders schön: Man trainiert nicht allein, sondern verbringt gleichzeitig Zeit mit anderen Menschen.
Gedächtnistraining muss Spaß machen
Bei allen Übungen gilt: Es geht nicht darum, möglichst viele Fehler zu vermeiden oder sich selbst unter Druck zu setzen.
Wenn eine Übung zu schwierig ist, sollte sie angepasst werden. Und wenn eine Aufgabe keinen Spaß macht, darf man ruhig eine andere ausprobieren.
Gerade für ältere Menschen kann Gedächtnistraining zu einer angenehmen Beschäftigung im Alltag werden. Gemeinsam mit Freunden, Familie oder einer Betreuungsperson können daraus sogar kleine regelmäßige Rituale entstehen.
Auch Bewegung unterstützt den Kopf
Geistige Fitness und körperliche Aktivität lassen sich wunderbar miteinander verbinden.
Ein Spaziergang kann beispielsweise mit kleinen Gedächtnisaufgaben kombiniert werden:
Wie viele rote Autos haben Sie gesehen?
Welche Geschäfte befinden sich auf dem Weg?
Wie viele Straßennamen können Sie sich merken?
Oder versuchen Sie nach dem Spaziergang, sich möglichst genau an die Strecke zu erinnern.
Bewegung, soziale Kontakte, ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und geistige Aktivität sind wichtige Bestandteile eines aktiven Lebensstils.
Wie oft sollte man Gedächtnistraining machen?
Auch hier gilt: Regelmäßigkeit ist wichtiger als stundenlanges Training.
Schon 10 bis 15 Minuten am Tag können eine gute Möglichkeit sein, geistig aktiv zu bleiben. Entscheidend ist vor allem die Abwechslung.
Statt jeden Tag dasselbe Rätsel zu lösen, können Sie verschiedene Übungen miteinander kombinieren:
Montag: Wortspiele
Dienstag: Memory
Mittwoch: Spaziergang mit Gedächtnisaufgaben
Donnerstag: Sudoku oder Kreuzworträtsel
Freitag: etwas Neues lernen
Wochenende: Spieleabend mit Familie oder Freunden
So bleibt das Gehirn immer wieder mit neuen Aufgaben beschäftigt.
Fazit: Geistig aktiv bleiben lohnt sich
Gedächtnistraining und Gehirnjogging müssen weder kompliziert noch langweilig sein. Bereits kleine Übungen im Alltag können dabei helfen, Konzentration, Merkfähigkeit und geistige Beweglichkeit zu fördern.
Ob Rätsel, Kartenspiele, Erinnerungsübungen, neue Hobbys oder ein gemeinsamer Spaziergang mit kleinen Denkaufgaben – wichtig ist vor allem, dass die Beschäftigung Freude macht und regelmäßig stattfindet.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis: Unser Gehirn darf ruhig jeden Tag ein bisschen gefordert werden – aber am besten mit Spaß und ohne Druck.
Kommentar hinzufügen
Kommentare